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Deutsche Elektroautos mit japanischen Batteriezellen?

  • 08.06.2017

Daimler baut im sächsischen Kamenz eine zweite Batteriefabrik für Elektroautos, Volkswagen plant offenbar auch eine eigene Fertigung. Doch die Zellmodule werden wohl aus Asien kommen, womöglich aus Japan.

ZELLMODULE AUS ASIEN
Bereits seit sieben Jahren fertigt Daimler in Sachsen Lithium-Ionen-Traktionsbatterien. Mit der zweiten Fabrik wollen die Stuttgarter ihre Kapazität steigern. Die Zellmodule will sich Daimler jedoch weiter liefern lassen. Bei Volkswagen scheint es ähnliche Überlegungen für Salzgitter zu geben, diese sind jedoch noch nicht bestätigt. BMW baut Elektroauto-Akkus in Dingolfing.

Damit dürften in deutschen Elektroautos weiter Lithium-Ionen-Zellmodule aus Asien verbaut werden. Laut Marktforscher IHS Markit hat Panasonic mit 19,6 Prozent derzeit den höchsten Anteil am Weltmarkt für die Zellmodule von Elektroautobatterien, gefolgt von Automotive Energy Supply, einem Gemeinschaftsunternehmen von Nissan und NEC in Japan, mit 15,1 Prozent.

Auf den nächsten Plätzen liegen die koreanischen Zellenhersteller LG Chem mit 13,1 Prozent und Samsung SDI mit 11,5 Prozent sowie die chinesischen Produzenten China Aviation Lithium Battery (7,3 Prozent) und Long Powers (6,1 Prozent). Mehrere Hersteller planen bereits Fabriken in Osteuropa, um sich für einen Elektroautoboom in Europa zu wappnen.

JAPANS ANDERE STRATEGIE
Die japanische Automobilindustrie geht hingegen einen anderen Weg. Die Hersteller bauen auch die Batteriezellen selbst. Toyota besitzt 80 Prozent des Zellmodule- und Akku-Produzenten Primearth EV Energy, der 1998 zusammen mit Panasonic gegründet wurde. Toyota forscht auch an Batterien und konnte kürzlich die Kapazität der Lithium-Ionen-Akkus verdoppeln.

Nissans Elektroauto-Bestseller Leaf fährt mit Akkus von Automotive Energy Supply. Allerdings sagte Konzernchef Carlos Ghosn im Dezember (englisch), er würde seine Batterien aus Gründen der Flexibilität auch gerne von anderen Lieferanten beziehen. Honda betreibt mit GS Yuasa das Joint Venture Blue Energy für die Zellen- und Akku-Herstellung.

Einen Mittelweg zwischen Deutschland und Japan geht Tesla. Für seine Gigafactory holte sich der US-Hersteller von Elektroautos den Batteriespezialisten Panasonic als Investitions- und Kapitalpartner. Panasonic baut und betreibt die Fertigungsstraßen für Zellen und Akkus in der Gigafactory, aber die fertigen Akkus tragen den Namen „Tesla“.

Quelle: Japanmarkt

Foto: Lithium-Ionen-Akku (Toyota)

 

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