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Regenerative iPS-Medizin wagt nächsten Schritt

  • 30.03.2017

Die regenerative Medizin mit induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) in Japan macht Fortschritte. Jetzt wurden zum weltweit ersten Mal überhaupt fremde Zellen für eine Heilung übertragen.

Behandlung von Makula-Degeneration

Dabei wurden die Hautzellen eines anonymen Spenders in Stammzellen zurückverwandelt, anschließend wurden sie zu Retinalzellen entwickelt. Ein über 60-jähriger Mann aus der Präfektur Hyogo erhielt am Zentralkrankenhaus von Kobe eine Spritze von 250.000 dieser Zellen in die Netzhaut seines rechten Auges.

Der Patient leidet an einer altersbedingten Makula-Degeneration. Die eingespritzten Zellen sollen eine weitere Degeneration der Netzhaut mit dem Punkt des schärfsten Sehens stoppen und die Einnahme von Medikamenten überflüssig machen. Die gleiche Prozedur ist für vier weitere Patienten vorgesehen.

Mit diesen Behandlungen gehen die Forscher einen Schritt zur standardmäßigen Anwendung der iPS-Zelltechnologie weiter. Das Ziel ist der Aufbau von Banken von iPS-Zellen von verschiedenen Spendern, mit denen sich Krankheiten behandeln lassen. Das würde die Kosten dieser Therapie kräftig senken.

Vermeidung von Abstoßungsreaktion

Die Frage nach der langfristigen Sicherheit soll ebenfalls beantwortet werden. Daher will man die Testpatienten zwei, drei Jahre lang beobachten, falls es zu einer Abstoßung der Zellen kommt. Aber der japanische iPS-Pionier Shinya Yamanaka baut derzeit eine Bank mit ausgewählten Zellen auf, um dies zu vermeiden.

Die Kosten der jetzigen Behandlungen sind mit mehreren Millionen Yen (15.000 bis 25.000 Euro) relativ hoch. Die erste Behandlung eines Menschen mit iPS-Zellen im Jahr 2014 im selben Krankenhaus war jedoch mit 100 Millionen Yen (820.000 Euro) noch ungleich teuer 

Quelle: Japanmarkt

Foto: Institute for integrated Cell-Material Sciences, Kyoto University (iCeMS)

 

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