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Motivationsschalter im Gehirn entdeckt - Neue Wege für die Behandlung von Motivationsstörungen -

  • 21.02.2017

In Versuchen mit Mäusen konnte der Bereich des Gehirns identifiziert werden, dessen Schädigung zu einer extremen Abschwächung der Motivation führt. Das gab eine gemeinsame Forschungsgruppe der Keio-Universität und des National Institute of Physiological Sciences (NIPS) bekannt. Die Forscher gaben diesem Gehirnbereich den Namen „Motivationsschalter“. Sie sehen ihre Entdeckung als einen Beitrag zum Finden von Methoden, mit denen Motivationsstörungen behandelt werden können. Einzelheiten zu den Forschungsergebnisses wurden im Wissenschaftsmagazin Nature Communications vorgestellt.

Motivationsstörungen werden häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen des Nervensystems, Demenz oder zerebrovaskulären Krankheiten beobachtet und äußern sich in Antriebslosigkeit – Betroffene haben „keine Lust“. Motivationsstörung ist ein Faktor, der die Rehabilitation behindert und nicht nur die Lebensqualität des Patienten selbst beeinträchtigt, sondern auch auf die Motivation derjenigen wirkt, die die betroffene Person pflegen. Zu den Ursachen für diese Störung war bisher nur bekannt, dass sie auftritt, wenn ein bestimmter, relativ großer Bereich des Gehirns geschädigt wird. Die Forschergruppe fand heraus, dass es tatsächlich eine begrenzte Zellgruppe in dem als Basalganglien bezeichneten Gehirnbereich ist, die dafür verantwortlich ist, ob es zu einer Motivationsstörung kommt oder nicht. Wenn sie beschädigt ist, wird die Motivation eingeschränkt, und wenn diese Zellgruppe nicht wieder gesund wird, kann auch die Motivation nicht aufrecht erhalten werden

Die Forschergruppe schuf gentechnisch veränderte Mäuse, bei denen zu beliebigen Zeitpunkten die Dopaminrezeptoren Typ 2 der striatalen Stachelneuronen (D2-MSN) ausgeschaltet werden können. Mit den Mäusen wurden Verhaltenstests durchgeführt, die auf der Belohnung mit Futter basierten. So konnte nachgewiesen werden, dass die Störung einer begrenzten Zellgruppe im Bereich der Basalganglien dazu führt, dass die Motivation abnimmt. Wenn diese Zellgruppe nicht gesund ist, kann auch die Motivation nicht aufrecht erhalten werden. Es ist anzunehmen, dass an der Bildung von Motivation noch weitere Teile des Gehirns beteiligt sind. Mit dieser Forschung wurde erstmalig ein konkret dafür verantwortlicher Gehirn- bzw. der Zellenbereich identifiziert.


Foto: flickr, Cea.

 

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