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Japanischen Forschern gelingt es erstmals ein komplettes Hautgewebe zu züchten

  • 08.04.2016

Ein Team der „Center for Developmental Biology“ am RIKEN in Kobe ist es erstmals gelungen, ein komplettes Hautgewebe aus Stammzellen zu züchten. Takashi Tsuji, Leiter des „Laboratory for Organ Regeneration“, betonte, dass dies ein großer Fortschritt in der Entwicklung von biotechnologisch erzeugten Integumentsystemen sei.

Foto: Takashi Tsuji/ RIKEN

Für die Studie entnahmen Forscher Zahnfleischzellen von Mäusen und versetzten diese durch Reprogrammierung wieder in den undifferenzierten Zustand. Die im Verlauf dieses Prozesses gewonnene Haut übertrugen die Forscher an Nacktmäuse und züchteten sie, bis Zellklumpen aus verschiedenen Gewebetypen entstanden. Hier wuchsen die Hautzellen nicht nur problemlos an, es bildeten sich auch verschiedene Verbindungen zum Nervensystem oder Blutgefäßen in den umgebenden Gewebeschichten, sodass bereits nach kurzer Zeit schwarze Haare aus der Haut wuchsen. Bisher ergab sich die Züchtung eines Hautgewebes als schwierig, da die Haut nicht nur drei Schichten mit unterschiedlichen Funktionen hat, sondern sich innerhalb des Gewebe auch diverse Organe befinden, darunter Haarfollikel, Schweißdrüsen, Nervenenden und Blutgefäße, die ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe in unserem Körper erfüllen.
In Zukunft soll diese Forschung erweitert werden, bis die Technik bei Menschen anwendbar ist. Somit lassen sich zum Beispiel Patienten mit Narben oder Verbrennungen helfen oder es kann gegen den Haarausfall eine Methode zur Behandlung gefunden werden.

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