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Deutsch-japanischer Wissenschaftsaustausch: Hohe Auszeichnung für Motomu Tanaka

  • 06.06.2014

Der Biophysiker Prof. Dr. Motomu Tanaka, der institutionenübergreifend an der Universität Heidelberg und der japanischen Kyoto University tätig ist, erhält den mit 50.000 Euro dotierten Philipp Franz von Siebold-Preis. Die Alexander von Humboldt-Stiftung würdigt mit dieser Auszeichnung einen japanischen Wissenschaftler, der sich in besonderer Weise für den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Japan eingesetzt hat. Prof. Tanaka forscht am Physikalisch-Chemischen Institut der Ruperto Carola und am Institute for Integrated Cell-Material Sciences der Kyoto University. Der Preis wurde am 3. Juni 2014 durch den Bundespräsidenten während der Jahresfeier der Humboldt-Stiftung in Berlin verliehen.

Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Motomu Tanaka (Jahrgang 1970) studierte Physikalische Chemie an der Kyoto University, an der er auch promoviert wurde. Als Postdoktorand arbeitete er - zunächst mit Förderung der Japan Society for the Promotion of Science und der Alexander von Humboldt-Stiftung - an der Technischen Universität München. Im Jahr 2001 wurde er dort Leiter einer unabhängigen Nachwuchsgruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Emmy-Noether-Programms gefördert wurde. Nach Anschluss seiner Habilitation auf dem Gebiet der Experimentellen Physik wurde er 2005 auf eine Professur für Biophysikalische Chemie an die Universität Heidelberg berufen. Auslandsaufenthalte führten ihn nach Finnland, Dänemark und in die USA. Als international anerkannter Experte forscht Prof. Tanaka auf dem Gebiet der Biologischen Physik, insbesondere zur Physik von biologischen Membranen und Zellen.

Prof. Tanaka war maßgeblich an der Gründung des Deutsch-Japanischen Universitätskonsortiums HeKKSaGOn beteiligt, in dem sich die Universität Heidelberg, die Universität Göttingen und das Karlsruher Institut für Technologie sowie die Kyoto University, die Osaka University und die Tohoku University zusammengeschlossen haben. Im Jahr 2013 wurde er zum ersten HeKKSaGOn-Professor an der Kyoto University ernannt. Auch als Organisator von Workshops und bilateralen Symposien engagiert sich Prof. Tanaka für den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern. Zudem hat er ein interdisziplinäres Netzwerk deutscher und japanischer Wissenschaftler aus Mathematik, Physik, Biomedizin und Chemie aufgebaut.

Der Philipp Franz von Siebold-Preis wurde 1978 vom deutschen Bundespräsidenten anlässlich eines Staatsbesuches in Japan gestiftet. Der Forschungspreis wird jährlich an eine japanische Wissenschaftlerin oder einen japanischen Wissenschaftler für besondere Verdienste um ein besseres gegenseitiges Verständnis von Kultur und Gesellschaft in Deutschland und Japan vergeben. Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft

 

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