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Auf der Suche nach international einsatzfähigen Mitarbeitern: Wirtschaft und Universitäten gründen Netzwerk zur Förderung der Humanressourcen

  • 01.04.2013

Unzufrieden mit dem bisherigen Ausbildungssystem, will der Wirtschaftsverband Keizai Dôyûkai (Japan Association of Corporate Executives) zusammen mit namhaften Universitäten in diesem Sommer ein Netzwerk zur Förderung der Humanressourcen gründen.

Die berufsspezifische Ausbildung junger Universitätsabsolventen erfolgt in Japan nach wie vor in der Regel betriebsintern, in einer intensiven Phase nach der Anstellung und als kontinuierliches On-the-Job-Training. Doch zunehmende Klagen international agierender Unternehmen zeigen, dass dieses System den Anforderungen der Industrie unter den Bedingungen der Globalisierung immer weniger gerecht wird. Aber auch die niedrigen Investitionen Japans im tertiären Bildungsbereich, die 2012 mit 0,8 % des Bruttoinlandsprodukts weit unter den durchschnittlichen 1,4,% der OECD-Staaten lagen, sind Anlass für Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und die Forderung nach mehr Engagement der Industrie.

"Die Unternehmen müssen mehr in die universitäre Ausbildung einbezogen werden. Dafür wollen wir eine Basis errichten", sagt Teisuke Kitagawa, Präsident der Sumitomo Mitsui Banking Corporation und Vorsitzender des zuständigen Ausschusses des Keizai Dôyûkai, der bereits 2011 einen Runden Tisch mit Vertretern von Universitäten und Unternehmen eingerichtet hatte. Der Beschluss zur Gründung des Netzwerkes ist ein Ergebnis seiner Diskussionen. Neben dem Verband werden ihm zehn Wirtschaftsunternehmen sowie gut zehn bedeutende private und staatliche Universitäten angehören.

Die Initiative will von Industrie und Universität gemeinsam geplante Programme für Studierende aufstellen und Praktika und Beteiligungen an der Forschung und Entwicklung ermöglichen. Schon im kommenden Semester wird an der Universität Kyôto ein von der Industrie gesponsertes Seminar durchgeführt, in dessen Rahmen an thailändischen Standorten beschäftigte Japaner eingeladen und Studierende als Praktikanten nach Thailand geschickt werden. In regelmäßigen Treffen des Netzwerkes sollen weitere Schritte und Programme entwickelt werden.

Besonders auf zwei Feldern sieht Kitagawa Handlungsbedarf: Japan brauche zum einen "globales Humankapital": Menschen, die fremde Kulturen verstehen, sich auf Englisch verständigen und international Leitungspositionen übernehmen können, und zum anderen Spezialisten und Gründer, die Innovationen anstoßen könnten.

Schon jetzt wird die Initiative begrüßt. Shigeru Itô, Präsident des Okinawa National College of Technology sagt: "Unternehmen agieren inzwischen global. Menschen auszubilden, die dem entsprechen, ist den Bildungsinstitutionen allein nur begrenzt möglich."


 

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