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Neues endoskopisches Therapieverfahren aus Japan kommt in Würzburg zum Einsatz

  • 25.03.2013

Funktionsstörungen der Speiseröhre können jetzt am Universitätsklinikum Würzburg mit einem rein endoskopischen Verfahren behoben werden. Für die Einarbeitung in die neue Therapieoption konnten die Würzburger Chirurgen das Know-how eines japanischen Kollegen nutzen.

(Foto: Universitätsklinikum Würzburg)

Achalasie ist eine Beweglichkeitsstörung der Muskulatur, die den Mageneingang öffnet und verschließt. Abhilfe kann eine Muskelspaltung von Speiseröhre und Magen bringen. Bislang wurde dieser Eingriff minimal-invasiv, also in einer Schlüsselloch-Operation, durchgeführt. Seit 2008 gibt es alternativ dazu die peroralen endoskopischen Myotomie, abgekürzt POEM. Sie ist ein rein endoskopisches Therapieverfahren, bei dem die fraglichen Muskeln im Rahmen einer Speiseröhren- und Magenspiegelung gespalten werden.

Die erste POEM-Prozedur wurde vor gut viereinhalb Jahren von Prof Hiroharu Inoue in Yokohama durchgeführt. Mittlerweile hat der Experte den Eingriff bei insgesamt 450 Patientinnen und Patienten weltweit wiederholt.

„Die POEM ist eine wertvolle Erweiterung des Behandlungsspektrums“, sagt Prof. Christoph-Thomas Germer, der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikum Würzburg. „Sie vermeidet eine Operation im Bauchraum sowie die dadurch hervorgerufenen Narben. Außerdem ist bei der POEM die Länge der Muskelspaltung frei wählbar, genauso, wie ihre genaue Lokalisierung – ob nun in Vorderwand, Hinterwand oder den Seitenbereichen der Speiseröhre.“

Um künftig auch den Achalasie-Betroffenen im Einzugsgebiet des Würzburger Uniklinikums die vielversprechende Therapie anbieten zu können, hat die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie Prof. Inoue Mitte März dieses Jahres für Schulungszwecke ins Zentrum für operative Medizin (ZOM) in Würzburg eingeladen. Im Beisein des japanischen Experten wurden innerhalb von zwei Tagen fünf Achalasie-Patienten behandelt die ersten Würzburger POEM-Anwendungsfälle. Zuvor hatte ein Chirurg des UKW die Methode bereits im Rahmen eines Gastaufenthalts in Yokohama erlernt.

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