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Co-Designing Resilient Cities: Sektorübergreifender Expertenworkshop zur Katastrophenvorsorge in Tokyo

  • 16.10.2012

Welche Wirkungen Naturkräfte in städtischen Ballungszentren haben können, hat insbesondere Japan in der Vergangenheit schon öfters leidvoll erfahren: Zerstörung kritischer Infrastruktur, Überbeanspruchung der Kapazitäten des Gesundheitssystems und der Wasser- und Energieversorgung, Beeinträchtigung sozial-ökologischer Systeme mit negativen Folgen für Lebensunterhalt und Nahrungsmittelversorgung, Kappung von Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen sowie Schwierigkeiten bei der Rettung und Schadensbekämpfung aufgrund dichter Bebauung, um nur einige Problemstellungen zu nennen.

(Photo: Jürgen Weichselgartner)

Mit Hilfe von geeigneten Katastrophenschutzstrukturen und adäquaten Vorsorgemaßnahmen kann eine Gesellschaft die Schadensanfälligkeit gegenüber Naturrisiken reduzieren. Aber welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle und wie lässt sich die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit eines Raumes und seiner Bewohner konkret verbessern? Diesen hoch aktuellen und gesamtgesellschaftlich wichtigen Fragestellungen widmete sich am 1. und 2. Oktober 2012 ein internationaler Expertenworkshop in Tokyo, der kooperativ von den Universitäten Tokyo, Kiel, Bonn und Würzburg organisiert und vom DWIH Tokyo unterstützt wurde.

Am Zentrum für Internationale Zusammenarbeit der Tokyo Universität tauschten sich Vertreter unterschiedlicher Fachbereiche aus und analysierten aus verschiedenen Blickwinkeln die Stärken und Schwächen der derzeitigen Katastrophenvorsorge.

Neben dem Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen und Kulturen stand vor allem die Suche nach neuen Raum- und Risikovorsorgekonzepten im Mittelpunkt des Workshops. Ergänzt wurde dieser durch den Besuch verschiedener katastrophenrelevanter Lokalitäten. Insbesondere der Tokyo Rinkai Disaster Prevention Park und das Ikebukuro Life Safety Learning Center vermittelte den Teilnehmern ein Bild des operationellen Katastrophenschutzes in Japan. Auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops arbeitet die Expertengruppe gemeinsam mit Partnern aus Frankreich und der Türkei derzeit an einem Forschungsantrag, der im japanisch-europäischen Forschungsprogramm CONCERT-Japan eingereicht werden soll.

Teilnehmer:

· Alexander Fekete, Geograph (Universität Würzburg)
· Gabriele Hufschmidt, Geograph (Universität Bonn)
· Hiroshi Ichikawa, Ozeanograph (Ozeanische Forschungs- und Entwicklungsorganisation Japan)
· Tomohiko Kawamura, Ökologe (Universität Tokyo)
· Atsushi Koresawa, Katastrophenschützer (Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation)
· Atsushi Tsuda, Forstwirt (Universität Tokyo)
· Yoshihisa Ueda, Krisenmanager (CMA Lab Japan Inc.)
· Mitsuo Uematsu, Geochemiker (Universität Tokyo)
· Juergen Weichselgartner, Geograph (Universität Kiel)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Juergen Weichselgartner
Universität Kiel, Geographisches Institut
Tel.: +49-152-2717-2585
E-Mail: juergen.weichselgartner@anti-cluttergmail.com

 

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