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Kabinett verabschiedet 4. Fünfjahresplan für Forschung und Entwicklung

  • 30.08.2011

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat am 19. August das Kabinett Kan den 4. Fünfjahresplan für Forschung und Technologie (Science and Technology Basic Plan) verabschiedet, der grundlegende Ziele und die Ausrichtung der japanischen Forschungs- und Technologiepolitik formuliert und einen Zeitraum bis zum März 2016 umfasst.

Der Plan sollte ursprünglich bereits im März 2011 verabschiedet werden, wurde jedoch zur Überarbeitung an den dem Ministerpräsidenten unterstellten Council for Science and Technology Policy zurückgegeben, um Konsequenzen aus der Erdbebenkatastrophe und der Havarie der Atomreaktoren in Fukushima 1 berücksichtigen zu können.  

Was die Atom- und Energiepolitik betrifft, setzt die überarbeitete Fassung neue Schwerpunkte und zeigt sich zurückhaltend gegenüber der zukünftigen Nutzung der Kernenergie. Hatte der erste Entwurf noch eine Ausweitung vorgesehen, entfallen solche Passagen im nun verabschiedeten Plan. Insbesondere nicht mehr erwähnt werden die neue Generation von Leichtwasserreaktoren und der Schnelle Brüter, Technologien, für die der Entwurf im März noch eine Förderung vorsah. Die Zukunft der Atomkraft in Japan lässt der Plan offen. Angesicht der Ereignisse in Fukushima 1 sei eine Revision der japanischen Energiepolitik aber dringend notwendig. Eine wichtige Rolle dafür wird erneuerbaren Energien zugewiesen, deren Forschung und Entwicklung verstärkt unterstützt werden soll.  

Aber auch in anderer Hinsicht bestimmt die „beispiellose Krise“ – so der Plan –, in die das Erdbeben vom März 2011 Japan gestürzt hat, die zukünftige Ausrichtung der Forschungs- und Technologiepolitik. So steht noch vor den Abschnitten Umwelt („Green Innovation“) und Gesundheit („Life Innovation“) der Wiederaufbau der zerstörten Regionen an erster Stelle. Neben eingehenden wissenschaftlichen Analysen der Ereignisse sollen Langzeituntersuchungen zur Gesundheit der Bewohner der Gebiete erfolgen und zu neuen Therapien beitragen, öffentliche Einrichtungen und die allgemeine Infrastruktur wie Bahn und Häfen für zukünftige Katastrophenfälle besser gesichert und Strahlenmessung und Dekontamination verbessert werden.  

Die Investitionen von Staat und Wirtschaft in Forschung und Entwicklung sollen insgesamt 4% des Bruttosozialprodukts betragen. Ein Viertel davon, 25 Billionen Yen (knapp 225 Milliarden Euro), werden vom Staat bereit gestellt. Damit liegen die staatlichen Investitionen ebenso hoch wie im 3. Fünfjahresplan, werden also trotz der Belastungen durch die Folgen der Erdbeben- und Atomkatastrophe nicht zurückgefahren.


 

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