Inhalt - Technologietransfer in Japan

Wissens- und Technologietransfer in Japan

Um die Zusammenarbeit von universitärer Forschung und Industrie zu stärken, wurde in Japan in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Reformen in die Wege geleitet. So zielte etwa die 2004 in Kraft getretene Hochschulreform darauf ab, die Universitäten profitorientierter auszurichten und die Anzahl der Forschungskooperationen mit der Industrie zu steigern. Seit 1998 wurden Transferstellen (Transfer Licensing Organisations, TLO) an Universitäten eingerichtet, welche als Intermediäre dienen und einen Teil der durch die Transfers generierten Profite als Förderung an die Forschungsinstitution rückvergüten. Von ihrer ursprünglichen Funktion – Patente für Universitäten anzumelden – hat sich das Aufgabengebiet heute mehr auf die Vermarktung von Lizenzen entwickelt. Derzeit gibt es in Japan 38 registrierte TLOs, welche teils als gemeinnützige oder private Unternehmen agieren oder einer Universität angehören. Auch vielfältige Unterstützung bei der Entwicklung und Durchführung von Ausgründungen wird an einigen Universitäten angeboten.  
Vor diesem Hintergrund hat die Zahl der Kooperationen zwischen Universitäten und privaten Unternehmen stetig zugenommen. Nannte eine Untersuchung des MEXT aus dem Jahr 2003 noch eine Anzahl von 9.255 gemeinsamen Forschungsprojekten zwischen Universitäten und Unternehmen betrug diese im Jahr 2012 bereits 16.925, was einem Gesamtvolumen von mehr als 34 Milliarden Yen (240 Mio. Euro) entspricht.

Gemessen an der Anzahl angemeldeter Patente und Erfindungen – insgesamt circa 9.000 pro Jahr –, sind die Universitäten Tokyo, Kyoto und Osaka ganz vorn vertreten. Im selben Maße sind sie im internationalen Vergleich gut platziert, wie beispielsweise die Tokyo Universität, die in den vergangenen Jahren zwischen Rang 12 und 20 lag. Auch die Kyoto Universität, das Tokyo Institute of Technology und die Osaka Universität – alles staatliche Hochschulen – waren konstant unter den ersten 50 zu finden. Bei den privaten Universitäten schneiden insbesondere Waseda und Keio gut ab.

Um die Aktivitäten zwischen Universitäten und Industrie zu fördern, wurde im Jahr 2004 die University Network for Innovation and Technology Transfer (UNITT) gegründet. Diese Organisation hat unter anderem zum Ziel, Hochschulen Hilfestellung zu leisten, geistiges Eigentum effektiv zu handhaben, den Technologietransfer zu erleichtern und internationale Zusammenarbeit zu unterstützen. Beispielsweise können ausländische Unternehmen Anfragen zu bestimmten Forschungsgebieten an UNITT senden und werden mit den entsprechenden Fachbereichen vernetzt. Derzeit gehören dem Netzwerk 72 Universitäten und andere Einrichtungen an. Damit sind laut Aussage des UNITT-Generalsekretärs, mehr als 80% der wichtigsten Universitäten mit Technologieschwerpunkten abgedeckt.

Eine weitere staatliche Bemühung zur Stärkung der Zusammenarbeit von universitärer Forschung und Industrie besteht in dem von der öffentlichen Institution zur Forschungsförderung JSPS etablierten Societally Applied Scientific Linkage and Collaboration Programm, welches besonders Kooperationsprojekte und –forschungen fördert, die einen nachhaltig positiven Effekt auf die Gesellschaft erhoffen lassen. Im Sommer 2013 veröffentlichte auch der Council for Science and Technology Policy eine neue Innovationsstrategie, in der die Förderung einer verstärkten Zusammenarbeit von Hochschulen und Industrie eine zentrale Rolle spielt. Mehrere neue Programme wie das zur Einrichtung von sogenannten Centers of Innovation (COI STERAM) wurden aufgelegt.

Eine Liste wichtiger TLOs finden Sie hier

ReaD

ReaD (Directory Database of Research and Development Activities) sammelt und bietet Informationen über Forschungseinrichtungen, Wissenschaftler/-innen, Forschungsthemen und Quellen in Japan
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