Inhalt - Innovationsbereiche im Fokus

Biotechnologie

Die Biotechnologie gehört zu den strategischen Branchen, die von der japanischen Regierung besonders gefördert werden. Als Querschnittsindustrie gehen von ihr wichtige Impulse für andere Wirtschaftssektoren wie die Pharmaindustrie, Landwirtschaft, chemische Industrie und den Umweltsektor aus. Staatliche, aber auch private Investitionen in die Biotechnologie steigen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung und Kommerzialisierung von Wirkstoffen und Verfahren. In ihrer Biotech-Strategie hat die Regierung vier Schlüsselbereiche identifiziert: ·        

  • Arzneimittelforschung         
  • medizintechnische Ausrüstungen und Verfahren         
  • Stammzellforschung und neue genetische Materialien         
  • Gesundheitsfördernde Lebensmittel und -zusatzstoffe

Um universitäre Forschungsergebnisse besser zu nutzen, wird die Ausgründung von Startup-Firmen seit einigen Jahren gefördert, mit beachtlichem Erfolg. Mittlerweile sind in Japan knapp 600 Unternehmen der Biotechbranche als Spinoffs aus Forschungsprojekten der Universitäten entstanden. Der wachsende Markt verspricht gute Absatz- und Kooperationsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen. Deutsche Firmen können als Zulieferer von Mess-, Regel- und Labortechnik profitieren. Gleichzeitig zeigen sich japanische Institute in Zeiten der Globalisierung offener gegenüber Forschungskooperationen mit internationalen Partnern. Die wichtigsten Forschungszentren und Biotechnologieunternehmen konzentrieren sich in Technologieclustern im Großraum Tokyo (Chiba, Yokohama), in Osaka (Saiki) und Kobe (Port Island).  

German-Japanese Life Science Network  

 

Energie- und Umwelttechnik

Im Energie- und Umweltsektor sind Kooperationen zwischen deutschen und japanischen besonders aussichtsreich, denn Deutschland gilt in Japan als Vorreiter in der Umwelttechnik. Japan will wie Deutschland den Klimaprozess vorantreiben und unternimmt große Anstrengungen, um den CO2-Ausstoß weiter zu verringern. Dabei setzt Japan auf energieeffiziente Herstellungsmethoden, Brennstoffzellen, Elektromobilität, Erneuerbare Energien und die Nukleartechnik.Die verarbeitende Industrie zählt weltweit zu den Verbrauchern mit der höchsten Energieeffizienz. Auch die Automobilindustrie hat in den letzten Jahren verstärkt in die Entwicklung verbrauchsarmer Motoren wie die Hybridtechnologie investiert. So gehören japanische Automobile zu den umweltfreundlichsten Fahrzeugen der Welt. Auch in der Elektronikindustrie wird nach energieeffizienteren Methoden geforscht. Das Top Runner-Programm, das jeweils das energieeffizienteste Produkt zum zukünftigen Standard erklärt, sorgt für neue Forschungsimpulse und fördert den Wettbewerb unter den Unternehmen. In Zukunft sollen elektrische Geräte wie PCs mit Brennstoffzellen betrieben werden.Im Bereich der Erneuerbaren Energien ist in Japan die Solartechnik besonders weit fortgeschritten. Japan ist immer noch der größte Produzent von Solarzellen weltweit, liegt jedoch in der Nutzung von Solarenergie hinter Deutschland zurück.

Japanische Unternehmen und Forschungsinstitute forcieren die Entwicklung neuer, effizienterer Technologien, wie sphärische oder auch mehrschichtige Solarzellen. Windenergie und Biomasse sind dagegen noch wenig ausgebaut. Besonders der Windkraft aber wird hohes Potenzial beigemessen. Großwindanlagen werden zumeist aus Europa importiert, in der Entwicklung kleiner, hocheffizienter Windkraftanlagen ist Japan allerdings weit fortgeschritten. Außerdem wird in Japan seit 40 Jahren die Geothermie zur Stromerzeugung genutzt. Zur Sicherung seines Energiebedarfs hält Japan außerdem an der Kernkraft fest. Die Nuklearforschung wird daher auch in Zukunft zu den Innovationsfeldern gehören.

Deutsch-Japanisches Umweltdialogforum

 

Nanotechnologie

In Japan gehört die Nanotechnologie zu den Innovationsfeldern mit höchster Priorität. Die bereits Ende der 1990er Jahre von der Regierung ins Leben gerufene Nanotechnologie-Initiative hat dafür gesorgt, dass Japan heute zu den führenden Ländern in dieser Querschnittstechnologie gilt. Zahlreiche staatliche Universitäten unterhalten ebenfalls Forschungsprogramme und versuchen neue Anwendungen zu entwickeln. Im Vordergrund der japanischen Nanotechnologieforschung steht die Entwicklung von Anwendungen für folgende Branchen:         

  • Brennstoffzellen         
  • Roboter       
  • Haushaltselektronik        
  • Gesundheit     
  • Umwelt

Bereits heute können japanische Zulieferer von Nano-Materialien und Ausrüstungen zur Erzeugung von Strukturen auf Nanoebene schon gute Resultate vorweisen. Fortschritte finden im Kleinen und immer mehr im nicht-sichtbaren Bereich statt, denn vor allem die Nanotechnologie-Herstellung von kleinsten Partikeln sowie Verfahren und Ausrüstung zu deren Manipulation gewinnen als wichtige disziplinübergreifende Basistechnologie immer größere Aufmerksamkeit. Die Elektronikindustrie sucht ständig nach neuen Materialien und Verfahren, um Halbleiter und andere Komponenten weiter zu minituarisieren und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Im Bereich des Nano-Drucks und der Nano-Verarbeitung sind in Japan zahlreiche Firmen aktiv. In anderen Bereichen wird Nanotechnologie dazu beitragen, leichtere Bauteile oder Materialien mit veränderten Eigenschaften zu erzeugen, wie zum Beispiel in der Luftfahrt- und Automobilindustrie.

Nanotechnology Researchers Network Center of Japan 

 Tsukuba Innovation Arena 

 http://www.japan-cluster.net/index.php?id=553

Robotik

Zu den Schwerpunktfeldern der japanischen Forschung gehört seit Jahrzehnten die Robotik. Früher als andere Länder hat Japan damit begonnen, Roboter im großen Stil im Produktionsprozess einzusetzen. Für die Kfz- und Elektronikindustrie, den wichtigsten Abnehmern für Robotiksysteme, ist eine Fertigung ohne Roboter nicht mehr denkbar. Die fortschreitende Automatisierung erlaubt es den Unternehmen, die Produktion im eigenen Land zu behalten. Aber auch weltweit werden japanische Industrieroboter stark nachgefragt. Zwei Drittel der in Japan produzierten Roboter werden auf Auslandsmärkten verkauft. Daher investieren Privatunternehmen und Forschungsinstitute in die Weiterentwicklung der Robotertechnik und die Erprobung neuer Einsatzfelder.Wegen der demographischen Entwicklung wird dieser Trend in Japan in den nächsten Jahren anhalten. Gleichzeitig wird fieberhaft an der Entwicklung von Servicerobotern gearbeitet. Zwar handelt es sich dabei überwiegend noch um Prototypen, doch haben einige interaktive Maschinen heute schon praktische Nischen besetzt. Assistenzroboter werden im Pflege- und Medizinbereich in kleinen Stückzahlen verkauft. Um ihre Spitzenposition in der Robotertechnik zu behalten, werden die Unternehmen auch in Zukunft in folgende Gebiete investieren:

  • Industrieroboter         
  • Erkundungsroboter         
  • Transportroboter        
  • Serviceroboter / Haushaltsroboter        
  • Autonome mobile Roboter       
  • Humanoide Roboter  

 

 

KIT Roboter

Window to Japan

 

Fusszeile