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Forschungsförderung

Die Finanzierung von Forschung und Entwicklung für Projekte in den Bereichen Biowissenschaften, Umwelt, Energie, Werkstofftechnik und Nanotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Grenzgebiete, Produktionstechnologien und soziale Infrastruktur, die sich an gesellschaftlichen Bedarfsfeldern orientieren, bilden den Schwerpunkt in der Forschungsfinanzierung aus öffentlichen Mitteln. Der 4. Basisplan zur Förderung von Wissenschaft und Technologie (2011-2015) zielt darauf ab, international wettbewerbsfähige Strukturen in der japanischen Forschungslandschaft zu schaffen. Die Forschungsförderung wird dabei an Leitaufträgen ausgerichtet (mission oriented), ergänzt durch eine Steigerung der Mittel für die Grundlagenforschung. Ein weiterer Schwerpunkt der Förderstrategien liegt auf einer verbesserten Forschungsevaluierung durch die Etablierung eines fairen und transparenten Selektionssystems. Im aktuellen Rahmenplan findet die Dreifach-Katastrophe vom März 2011 in hohem Maße Berücksichtigung. Demnach sollen Forschungsprojekte insbesondere im Bereich der Energieversorgung sowie Technologien zu Dekontaminination und Wiederaufbau gefördert werden.

Die staatlich aufgewendeten Mittel für Forschung und Entwicklung – inklusive Nachtragshaushalt – betrugen im Fiskaljahr 2013 5,15 Billionen Yen (36,6 Mrd. Euro). Ein Großteil dieses Budgets wird über die Ministerien für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft, Handel und Technologie (MEXT) (64,8%), Wirtschaft und Industrie (METI) (14,3%) und Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) (4,6%) aufgewendet und verteilt.

Die Hauptakteure der Forschungsförderung in Japan sind die drei Förderorganisationen Japan Society for the Promotion of Science (JSPS), Japan Science and Technology Agency (JST) und New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO). Diesen standen im Fiskaljahr 2013 Mittel in folgender Höhe zur Verfügung:

  • JSPS – 343 Milliarden Yen (2,4 Mrd. Euro)
  • JST – 134 Milliarden Yen (950 Mio. Euro)
  • NEDO – 121,1 Milliarden Yen (850 Mio. Euro)

Die JSPS und die JST finanzieren schwerpunktmäßig akademische Forschung. Die JSPS investiert hauptsächlich in ein System von "unten nach oben" (buttom up), also in Forscher, die ihre Vorschläge auf Basis ihrer eigenen Ideen einreichen. Im Gegensatz dazu wählt die JST Themen aus und führt Ausschreibungen durch, vor allem in Bereichen, die zum Vorteil technologischer Entwicklungen dienen.

Die JSPS umfasst mit ihrer Forschungsförderung ein sehr weites akademisches Spektrum von Naturwissenschaften über Sozialwissenschaften bis hin zu Geisteswissenschaften. Jährlich findet im Herbst die Ausschreibung des Grant-in-Aid-Programms (Kakenhi) statt, dessen Akzeptanzquote bei 30,3% (JSPS 2012) liegt. Das Grant-in-Aid Programm leistet einen erheblichen Beitrag zur Grundlagenforschung und förderte beispielsweise im Jahre 2012 insgesamt mehr als 76.000 Forschungsprojekte. Damit steht es für annähernd 60% der wettbewerbsorientierten Forschungsfinanzierung in Japan, mit einem Gesamtbudget von 238,1 Mrd Yen (1,69 Mrd. Euro). Zusätzlich zur finanziellen Förderung erfahren die Projekte unter dem Grant-in-Aid Programm auch eine weite Veröffentlichung in akademischen Publikationen.

Die JST unterstützt Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung sowie Projekte zur Förderung der verstärkten Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft mit einem Schwerpunkt in neuen Technologiefeldern. Die NEDO –  einst mit dem Ziel der Entwicklung alternativer Energietechnologien gegründet – unterstützt gezielt die wissenschaftliche Entwicklung und Kommerzialisierung von Konzepten in den Bereichen Energie, Umwelt und Mobilität, sowie Kommunikation und neue Materialien. Umgesetzt wird dies mittels Netzwerken und Partnerschaften, dabei arbeitet die NEDO ähnlich der JST mit Ausschreibungen und der Festlegung von Forschungsprojekten und -zielen.

Japan Society for the Promotion of Science – JSPS
Japan Science and Technology Agency - JST
New Energy and Industrial Technology Development Organization – NEDO

 

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